Hilfe, ich sitze in einem Käfig!


 

In dem täglichen Chaos von Windeln wechseln, Trotzanfällen und den Kindern hinterherräumen, habe ich mich selbst verloren. Manchmal schloß ich mich im Bad ein, um ein paar Minuten nur für mich alleine zu sein. Im Spiegel der nächste Schreck. Wann bildeten sich die dunklen Augrenringe, wann schlichen sich heimlich die Skeptikerfalten in mein Gesicht? Und warum bitteschön, meint mein Körper, dass er für schlechte Zeiten bunkern muss?


Als meine Kleinste auf die Welt kam, war ich nur mehr am rotieren. Immerhin musste ich jetzt auf drei Kinder aufpassen und ihnen gerecht werden. Jede einzelne Sekunde des Tages war ich mit Streit schlichten, Essen zubereiten und das Haus sauberhalten ausgefüllt. Ich beschloss, so konnte es nicht weitergehen.


Ich brauchte Raum, um einfach mal durchzuatmen. Anfangs waren es nur Minuten, indem ich ganz in Ruhe meine Tasse Kaffe trank. Dann zehn Minuten, in denen ich auf der Terasse stand und den Sonnenaufgang beobachtete. Und mit der Zeit wurden aus den Minuten eine Stunde, in der ich in Ruhe eine Zeitschrift lesen konnte.





Je mehr Raum ich in meinem Leben schuf, die Kinder älter wurden, desto mehr schätze ich die Zeit nur für mich alleine. Ich begann, Tagebuch zu schreiben, um das Erlebte festzuhalten. Je mehr ich schrieb, um so freier fühlte ich mich. Das wiederum beflügelte mich, noch kreativer zu werden, noch mehr Ideen und Möglichkeiten zu erkunden. Dann kam  Charly und mein Leben änderte sich noch einmal komplett. Ich rief meinen Blog ins Leben und tobte mich kreativ so richtig aus.


In dem Wissen, dass es beim Bloggen keine Fehler gibt, wagte ich die ersten Schritte. Ich hatte nichts zu verlieren. Kreativ zu sein bedeutet für mich, das zu tun, was ich liebe. Durch das Bloggen lernte ich viele liebe Menschen kennen, die genauso sind wie ich. Genauso verliebt in ihren Hund, genauso begeistert. Ich war so froh, euch Bloggerkollegen gefunden zu haben.


Ich finde bei euch Unterstützung, keine Konkurrenz und echten Zuspruch, wo ich lange Zeit Kritik befürchtet habe. Für mich bedeutet mein Blog alles erlebte mit Charly aufzuschreiben, Fotos zu machen, Fragen zu stellen, Enscheidungen zu überdenken oder alte Probleme neu anzupacken. Ich bin so froh, dass ich den Schritt für einen eigenen Blog vor drei Jahren gewagt habe. Wie sonst hätte ich so viele nette Leute kennengelernt? Ich freue mich über jeden Kommentar von euch und lese unheimlich gerne bei euch. 


Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, frei zu sein ...





Wie ist das bei euch? Kommt ihr euch auch manchmal wie in einem Käfig vor?

Und wenn ja, was habt ihr dagegen getan?



Liebe Grüße
Sonja und Charly


Kommentare:

  1. Frauchen meint - sie sei so auf den Hund gekommen - er hat ihr ehemals geholfen Zeit für sich selber zu nehmen - lang ist es her und es hält schon über 30 Jahren erfoglreich.
    Grüsse von Ayka, die fleissig dafür sorgt dass ihr Frauchen immer ganz viel Zeit in der freien natur verbringt.

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  2. Was für ein toller Beitrag!
    Ich kenne das Gefühl und um dem zu entkommen habe ich mir vor 11 Jahren meinen Traum vom eigenen Hund erfüllt und damit mein Leben komplett umgekrämepelt!
    Seitdem hat sich mein Freundeskreis und mein Lebensstil vollkommen gedreht! Mich umgeben (fast) nur noch hundeverrückte Menschen, die meine Leidenschaft verstehen und ich gehe viel bewusster durch's Leben! Auch als ich vor 3 Jahren mit dem Bloggen angefangen habe, habe ich anfangs gezweifelt! Aber dann bin ich auch hier auf den ein oder anderen Verrückten gestoßen und fühle mich in dieser Welt nun ziemlich wohl :)

    Genieß das frei sein :)

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

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  3. Ich muss gestehen, eigentlich nicht - ich habe aber auch immer versucht mir einen Teil "Luxus und Freiheit" zu bewahren. Für mich sind das oft kleine Momente - ein schöner Sonnenaufgang mit einem Kaffee, eine heiße Badewanne mit einem Buch, eine Stunde einfach auf der Terrasse verträumen ...! Ich bin froh,dass ich dieses Gefühl so nicht kenne und freue mich sehr, dass Du Dich mittlerweile freier fühlst.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  4. Wir sind auch froh, dass du den Schritt für einen eigenen Blog vor drei Jahren gewagt hast und freue mich, dass wir stückweise an eurem Leben teilhaben dürfen!

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  5. Ich freue mich sehr, dass es Dir so gut geht. Du hast zur rechten Zeit erkannt, dass Du Zeit für Dich brauchst. Gut so…..

    Ich denke, dass ich ein anderer Typ bin und nicht gut mit Freiräumen zurechtkomme. Ich brauche diese Zeiten für mich weniger, aber ich brauche Zeit und Struktur, um meine Aufgaben zu erfüllen. Glücklich bin ich, wenn ich alle Aufgaben am Ende des Tages geschafft habe.

    Aber beim Bloggen ist es genauso. Ich liebe es über Socke zu berichten und damit jedes Erlebnis und Gefühl noch einmal zu erleben und gleichzeitig als Erinnerung zu konservieren. Und ich liebe den Austausch mit meinen Lesern, die immer so lieb Anteil nehmen und so freundlich zu mir sind. Das persönliche Kennenlernen von Bloggern war jedes Mal ein kleines Geschenk.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  6. Liebe Sonja,mein erster Gedanke war auch - was für ein toller Beitrag. In vielen Blogs wird immer die perfekte Welt verkörpert und von daher fand ich es toll auch einmal einen so ehrlichen Bericht zu lesen. Ich selber habe keine Kinder und mein Alltag ist daher normalerweise nicht so stressig wie bei dir. Momentan merke ich aber mit Gubacca wie sehr man sich freut eine Nacht durchzuschlafen und wie sehr ein 1-2 Stunden Rhythmus damit Zwerg-Riese stubenrein wird schlaucht. Wenn ich mir das mal drei vorstelle kann ich mir gut vorstellen wie sehr du deine kleine Auszeiten gebraucht hast.
    Liebe Grüße und schön, dass es deinen Blog gibt!
    Sali

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  7. Ich bin froh das du im Bloggerland gelandet bist, auch wenn der Hintergrund wenig erfreulich war. Die Hauptsache ist doch das es dir jetzt besser geht und dir das bloggen gut tut.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  8. Ich lese gern hier!
    Mach einfach weiter so <3
    Liebe Grüße Heidi mit Isi

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  9. Ich verstehe dich so gut... es ist wichtig an sich selbst zu denken, damit die Akkus nicht leer werden.
    Ganz oft möchte ich in der Bloggerwelt schreiben und kommentieren....und? Es sind mir die Augen zu gefallen.
    Da merke ich , wie es mir fehlt...
    Liebe Grüße
    Sylvia

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  10. Das Gefühl kenne ich sehr gut. Der Gedanke dass man alles hinter sich lassen könnte....wenn nur nicht das Pflichtbewusstsein und viel Liebe da wäre. Seit kurzen bin ich wieder Hunde"Besitzer" (eher umgekehrt) und mein Leben hat sich wieder verändert. Ich schreibe gerne aber nur für mich, ich lese gerne hier :D

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